Ehre sei dem Blute Jesu - In laetitia!

Pfarrer Seidenbusch war nicht der große Architekt, der mit fertigen Ideen und Plänen an seine Arbeit heranging. Vielmehr hat er sich Schritt für Schritt durch die äußeren Umstände im Licht des Glaubens von Gott immer wieder überraschen und weiterführen lassen. Er hat also sein großes Lebenswerk nicht geplant. Aber sein schlichtes und tiefes Gebetsleben machte es möglich, mit der Vorsehung Gottes genial zusammen zu arbeiten. Das wird besonders, so einfach wie schön, in der vom ihm häufig gebrauchten Redensart deutlich: „Mein´s gut, tue was du kannst, im Übrigen lass Gott walten!“ – Ein anderes Leitwort seines Lebens und Handelns zeigt ebenso das übernatürliche Denken: „Omnia cum Deo et nihil sine Deo – Alles mit Gott und ohne Ihn nichts!

Der apostolische Eifer dieses Dorf-Pfarrers kommt besonders klassisch in jener tiefgründigen Antwort zum Ausdruck, die er dem berühmten Maler Sandrart gab. Dieser erkannte nämlich in Seidenbusch ein großes künstlerisches Naturtalent. Er versuchte ihn zu überreden, dass er doch sein Schüler werden solle, um in die Spitzenklasse der Mal-Kunst aufzusteigen. Seidenbusch – kurz vor seiner Priesterweihe – gab aber die entschlossene Antwort: „Ja, ich will Maler werden, aber ein solcher Maler, der mit dem Pinsel seiner Zunge und den Farben des göttlichen Wortes die durch die Sünde ruinierten Ebenbilder Gottes wieder repariert.

Ein ganz wesentlicher Charakterzug von Pfarrer Seidenbusch ist seine große Verbundenheit mit Maria. Seine tiefe Liebe zur Mutter Jesu findet in einem innigen Bündnis mit ihr seinen Ausdruck. Er verglich die Marienweihe, die er in jungen Jahren auch selber vollzog, mit einer bräutlichen Beziehung. Darum nannte er Maria nicht nur traditionsgemäß seine „Herrin und Anwältin – Dominam et Advocatam“. Darüber hinaus erwählte er sie als seine „über alles geliebte Braut – ad carissimam Sponsam eligo“. So wird noch deutlicher, warum gerade er von Gott als Werkzeug für die Entstehung des marianischen Gnadenortes in Aufhausen auserwählt wurde.

Der tiefe Glauben kommt bei Seidenbusch vor allem in folgendem Brauch zum Ausdruck: Auch er war immer wieder von Rückschlägen und Verfolgungen begleitet, gerade auch in kirchlichen Kreisen. Aber seine Antwort auf solche harten Prüfungen war es, dass er seine Mitbrüder immer wieder dazu einlud, zusammen mit ihm das Tedeum zu singen (Großer Gott wir loben Dich…). Wahrhaftig, hier stoßen wir auf die Dimension der Heiligen!